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Frank Seidel (1959), Berlin

 

Die traditionellen Deutungsmuster zum Leidensweg und Erlösungstod Christi versagen hier. Dennoch tangiert die sechsteilige Gruppe den Kontext von Werden und Vergehen, Leid und Schmerz. Diese Wesen bilden aus sich heraus die Komplexität eines Seins. Das Woher und Wohin erstarrt im Jetzt, im Dunklen wie im Lichten. Seidels Figurenfindung, ihre morbide Oberfläche und zugleich keimende Körperlichkeit entspricht einer intuitiv-stringenten Arbeitsmethode. In einem ungewöhnlich schnellen Arbeitsprozess werden Gips und Eisenspäne auf ein metallenes Grundgerüst aufgetragen. So entstand ab Mitte der Achtzigerjahre ein unübersehbares Heer schemenhaft stehender und gehender Zwitterwesen. In seinen Figurentyp fließen sowohl Erfahrungen des ritualisierten Entschwindens eines Alberto Giacometti und die Beuyssche Fragilität und Spiritualität ein.

Kreuzigung – Frankfurter Gruppe, 1989/90, Gips, Eisenspäne, Eisenplatten, Holz; insgesamt:300 × 500 × 600 cm; erworben 1990, Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)

 

FRANK SEIDEL

1959

geboren in Berlin

1976 - 1979

Lehre als Werkzeugmacher

1979 - 1984

verschiedene Tätigkeiten

1980 - 1982

Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin

seit 1984

freischaffend in Berlin

 

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1980 - 2005 OBJEKTE, SKULPTUREN, INSTALLATIONEN

 

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