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zum Jahresprogramm |
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Jedes Jahr
wird eine Ausstellung mit Arbeiten aus der eigenen Sammlung gezeigt.
Diesmal sind es cirka fünfzig Werke von
26 Künstlern aus einem Sammlungsbereich mit 365
Arbeiten von ungefähr 150 Künstlern. Die Zeitspanne 1980 bis 2005 betrifft
sowohl den totalen Zusammenbruch der sozialistischen Diktatur auf
deutschem Boden als auch die Installation eines neoliberalen
Kapitalismus. Es steht die Frage buchstäblich im Raum,
wie darauf die Künstler reagieren und wie die Sammlung trotz finanzieller
Einschränkungen wesentliche Positionen dokumentieren kann.
Selbstverständlich können nur Einblicke in den heutigen babylonischen
Kunst-Diskurs gegeben werden. Ein Thema ist zwar nicht anvisiert, dennoch
lassen sich wesentliche ästhetische Zielrichtungen benennen: Die
vielfache Umschreibung der Figur, eine soziale Recherche sowie die
Hinterfragung unserer Alltagswahrnehmung, individuelle Mythologien und
biografische Spurensuche, Art brut, Konkrete Kunst sowie deren
Dekonstruktion und die Faszination der banalen
Dinge. |
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Frank Seidel:
"Kreuzigung", (Frankfurter Gruppe),
Installation (6 figurig),
1989/1990,
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder) |
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Ute Richter:
"geschlossen", 2001,
Acryl/Leinwand, 119 x 600 cm |
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Dadurch
ergeben sich in
der Spätrenaissancehalle innerhalb dieser
konzeptionellen Vielgestalt Dialoge oder Monologe,
formale Brüche Übergänge,
Gemeinsamkeiten und konträren Haltungen. So hielt das Leben samt seiner krassen Widersprüchlichkeit Einzug in die Sammlung. |
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Stephan Balkenhol:
Portrait,2003,Pappelholz,
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder) |
Maix Mayer: Aus dem Projekt
"Gullivers Reisen", 1992/93/94,
versch. Materialien, 400 x 350 x 400 cm,
Foto: Bernd
Kuhnert, Berlin |
Hans Scheib:
Paar, 1986, Holz, Acryl,
206 x 120 x 45 cm,
Foto: Bernd
Kuhnert, Berlin |
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Die unterschiedlichsten Sichtweisen auf die menschliche Figur finden wir
zum Beispiel in der dramatisch existenziellen „Kreuzigung“ von Frank
Seidel (Berlin) und in der unaufgeregten Männergestalt von Stephan
Balkenhol aus Karlsruhe. In die Tradition der konkreten Kunst stellen sich
die farbkräftigen Stahlskulpturen von Helmut Senf (Saßnitz). |
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Seine
geometrischen Harmonien werden umgehend in den Türmen der Berlinerin
Eva-Marie Wilde konterkariert: rechtwinklige Architekturmuster brechen
sich flirrend in imaginären Fassaden. „Der große Observator“ vom
umtriebigen Wahrnehmungsstörer Kurt Buchwald (Berlin), hinterlässt eine
bizarre Ahnung vom Überwachungsstaat. Ebenfalls zwischen Kunst und dem
realen Leben sind die Schriftbanner sowie Fragebögen von Judith Siegmund
(Berlin) angesiedelt. Sie erzählen von ihrer länderüber-greifenden
Kunstaktion „Soziale Geräusche III“ im Jahr 2000. Es ist eine politische
Arbeit, die im schroffen Kontrast zur privaten, biografisch
intendierten Schrankinstallation von Erika Stürmer- Alex aus Lietzen
steht. Die Künstlerin füllt die Küchen- und Kleiderschränke mit
Dingen aus dem Leben ihres Vaters und der Großmutter an.
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Kaeseberg ( d. i. Tomas Fröbel
):
"Das große Spiel", 1992, Farbe/Leinwand/Holz,
290 x 360 x 30 cm, Foto: W. Mausolf, Frankfurt (O) |
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Helmut Senf:
Multiple Skulptur, 1997,
Stahl, Farbe, Durchmesser 45 cm,
Foto: Lothar Tanzyna, Frankfurt (Oder) |
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Horst Krüger: Wagen
mit Giraffe,
"Nita", 2002, versch. Materialien,
170 x 60 x 160 cm,
Foto: W. Mausolf, Frankfurt (Oder) |
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Die
tollkühn philosophierenden Papageien, Nilpferde und Kühe
in den poppigen Assemblagen des postmodernen Universalkünstlers BALAVAT aus
Stokum-Püschen lassen Entdecker- und Fabulierlust aufblühen. Noch einen
Schritt weiter in Richtung „Schöne jetzige Spielzeugwelt“ geht
der |
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vergnüglich schräge
Bollerwagen mit der Giraffe „Nita“ von Horst Krüger
aus Nauen. Er wird als würdiger Vertreter der Art brut vorgestellt. Die
cool designte „Schatulle: Raumschiff“ des Berliners M. K. Kähne gleicht
allein einem irritierenden Fremdkörper im sinnlichen Da-Sein. Verena
Kyselka (Erfurt) holt seine surreale Alltagsgegen-ständlichkeit auf den
Boden der geheimnisumwehten Realbanalität zurück. Ihre Videoinstallation
bringt Licht in das weibliche Mysterium der Handtaschen. |
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Text/Kurator: Armin
Hauer - Stellv. Direktor des Museums Junge Kunst |
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Öffnungszeiten: Dienstag
bis Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr |
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