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RATHAUSHALLE
- FESTSAAL -
Marktplatz 1

02.09.2007 - 06.01.2008

1980 - 2005
OBJEKTE, SKULPTUREN, INSTALLATIONEN
aus der Sammlung des Museums Junge Kunst

Bālavat (E. Böttrich), (1937)S. Balkenhol (1957)J. Bartl   (1956)R. Biebl (1951);  K. Buchwald (1953);
R. Burkart (1950)Rainer Görß (1960)K. Hack (1966)F. Heinze (1950)J. Herold (1965);
M. K. Kähne (1963)Kaeseberg (d.i. T. Fröbel) (1964)U. Kowski (1963)H. Krüger (1936)V. Kyselka;
V. Lewandowsky (1963)H. Scheib (1949)M. Mayer (1960)O. Nicolai (1962)U. Puder (1958);
U. Richter (1964)F. Seidel (1959)H. Senf (1933)J. Siegmund (1965);
E. Stürmer-Alex (1938)E.- M. Wilde (1972)


Jedes Jahr wird eine Ausstellung mit Arbeiten aus der eigenen Sammlung gezeigt. Diesmal sind  es   cirka  fünfzig  Werke von  26 Künstlern aus einem Sammlungsbereich   mit  365  Arbeiten von ungefähr 150 Künstlern. Die Zeitspanne 1980 bis 2005 betrifft sowohl den totalen Zusammenbruch  der sozialistischen Diktatur auf deutschem Boden als auch die  Installation eines neoliberalen Kapitalismus. Es steht die Frage buchstäblich im Raum, wie darauf die Künstler reagieren und wie die Sammlung trotz finanzieller Einschränkungen wesentliche Positionen dokumentieren kann.  Selbstverständlich können nur Einblicke in den  heutigen  babylonischen Kunst-Diskurs gegeben werden. Ein Thema ist zwar nicht anvisiert,  dennoch lassen sich  wesentliche ästhetische Zielrichtungen benennen:  Die vielfache Umschreibung der Figur, eine  soziale Recherche sowie die Hinterfragung unserer Alltagswahrnehmung, individuelle Mythologien und biografische Spurensuche, Art brut, Konkrete Kunst  sowie deren Dekonstruktion  und die Faszination  der  banalen   Dinge.

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Frank Seidel: "Kreuzigung", (Frankfurter Gruppe),
Installation (6 figurig), 1989/1990,
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)

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Ute Richter: "geschlossen", 2001,
Acryl/Leinwand, 119 x 600 cm

Dadurch  ergeben sich in der  Spätrenaissancehalle  innerhalb  dieser  konzeptionellen  Vielgestalt   Dialoge oder Monologe, formale Brüche Übergänge,  Gemeinsamkeiten  und  konträren  Haltungen. So  hielt  das  Leben  samt  seiner  krassen Widersprüchlichkeit  Einzug  in  die  Sammlung.

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Stephan Balkenhol:
Portrait,2003,Pappelholz,
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder)

Maix Mayer: Aus dem Projekt
"Gullivers Reisen", 1992/93/94,

versch. Materialien, 400 x 350 x 400 cm,
Foto: Bernd Kuhnert, Berlin

Hans Scheib:
Paar, 1986, Holz, Acryl,
206 x 120 x 45 cm,
Foto: Bernd Kuhnert, Berlin

Die  unterschiedlichsten Sichtweisen auf die menschliche Figur finden wir zum Beispiel  in der dramatisch existenziellen „Kreuzigung“ von Frank Seidel (Berlin) und in der unaufgeregten Männergestalt von Stephan Balkenhol aus Karlsruhe. In die Tradition der konkreten Kunst stellen sich die farbkräftigen Stahlskulpturen von Helmut Senf (Saßnitz).

Seine geometrischen Harmonien werden umgehend in den Türmen  der Berlinerin Eva-Marie Wilde konterkariert: rechtwinklige Architekturmuster brechen sich flirrend in imaginären Fassaden. „Der große Observator“ vom umtriebigen Wahrnehmungsstörer Kurt Buchwald (Berlin),  hinterlässt eine bizarre Ahnung vom Überwachungsstaat. Ebenfalls zwischen Kunst und dem realen Leben sind die  Schriftbanner  sowie Fragebögen von Judith Siegmund (Berlin)  angesiedelt. Sie erzählen von ihrer länderüber-greifenden  Kunstaktion  „Soziale Geräusche III“ im Jahr 2000. Es ist eine politische Arbeit, die   im schroffen Kontrast zur   privaten,  biografisch intendierten Schrankinstallation von Erika Stürmer- Alex aus Lietzen steht. Die Künstlerin füllt die Küchen- und Kleiderschränke mit  Dingen aus  dem Leben ihres Vaters und der Großmutter an. 

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Kaeseberg ( d. i. Tomas Fröbel ):
"Das große Spiel", 1992, Farbe/Leinwand/Holz,
290 x 360 x 30 cm, Foto: W. Mausolf, Frankfurt (O)

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Helmut Senf: Multiple Skulptur, 1997,
Stahl, Farbe, Durchmesser 45 cm,
Foto: Lothar Tanzyna, Frankfurt (Oder)

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Horst Krüger: Wagen mit Giraffe,
"Nita", 2002, versch. Materialien,
170 x 60 x 160 cm,
Foto: W. Mausolf, Frankfurt (Oder)

Die  tollkühn philosophierenden Papageien,  Nilpferde und Kühe in den poppigen Assemblagen des postmodernen Universalkünstlers  BALAVAT aus Stokum-Püschen lassen Entdecker- und Fabulierlust aufblühen. Noch einen Schritt weiter  in Richtung  „Schöne jetzige Spielzeugwelt“  geht  der

vergnüglich schräge Bollerwagen mit der Giraffe „Nita“ von  Horst Krüger aus Nauen. Er  wird als würdiger  Vertreter der Art brut vorgestellt. Die  cool  designte  „Schatulle: Raumschiff“ des  Berliners M. K. Kähne gleicht allein einem irritierenden Fremdkörper im sinnlichen Da-Sein. Verena Kyselka (Erfurt) holt seine surreale Alltagsgegen-ständlichkeit auf den Boden der geheimnisumwehten Realbanalität zurück. Ihre Videoinstallation bringt Licht in das weibliche Mysterium der Handtaschen.

Texte zur Ausstellung, entstanden anlässlich der KURZEN NACHT DER FRANKFURTER MUSEEN - Öffentliches-Live-Schreiben

 

Text/Kurator: Armin Hauer - Stellv. Direktor des Museums Junge Kunst

 

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag  von 11.00 bis 17.00 Uhr

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