zum Jahresprogramm


RATHAUSHALLE
Marktplatz 1

02.04.2006 - 01.10.2006

MÄNNERBILDER 1945-2005
Bilder und Skulpturen aus der Sammlung des Museums Junge Kunst

Wilhelm Rudolph (1889 –1982), Curt Querner (1904 –1976), Fritz Cremer (1906 – 1993),
Erich Gerlach (1909 – 2000), Arno Mohr (1910 – 2001), Willi Sitte (1921),
Wolfgang Mattheuer (1924 – 2004), Bernhard Heisig (1925), Werner Tübke (1929 – 2004),
Wieland Förster (1930), Hans Vent (1934), Jürgen Schieferdecker (1937), Erika Stürmer-Alex (1938),
A.R.Penck (d.i. Ralf Winkler) (1939), Volker Stezlmann (1940), Hartwig Ebersbach (1940),
Hans Ticha (1940), Harald Döring (1941 – 1997), Michael Morgner (1942), Ulrich Hachulla (1943),
Wolfgang Peuker (1945 – 2001), Lutz Friedel (1948), Hans Scheib (1949), Frieder Heinze (1950),
Frank Maasdorf (1950), Walter Libuda (1950), Rolf Biebl (1951), Wolfgang Smy (1952),
Cornelia Schleime (1953), Norbert Wagenbrett (1954), Gerd Sonntag (1954), Richard Mansfeld (1959),
Klaus Killisch (1959), Neo Rauch (1960), Mariola Brillowska (1961), Harald Reiner Gratz (1962),
Via Lewandowsky (1963), Moritz Götze (1964), Maren Roloff (1964), Norbert Bisky (1970)


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Klaus Killisch,
Der Raucher, 1987,
Öl auf Leinwand,
140 x 120 cm, erworben 1991

Curt Querner,
Selbstbildnis, 1949
Öl auf Leinwand,
101 x 77,5 cm

Wolfgang Smy,
Protest Tafel I-VII, 1988
Acryl auf Leinwand - Ausschnitt
48,3 x 61 cm (jedes Bild)

Nach der fulminanten Überblicksschau „ARBEITEN AUF PAPIER" folgt wieder eine ikonografisch ausgerichtete Ausstellung. Schon einmal, im Jahr 2002 (FRAUENBILDER in der DDR), erwies sich ein motivbezogenes Konzept als sehr ergiebig. Die Sammlung ist so differenziert, dass es möglich ist, einmal jährlich nach verschiedenen Aspekten eine Auswahl zu treffen. Denn seit 1990 gibt es aufgrund der Räumlichkeit keine Dauerausstellung mehr, vielmehr bieten die alternierenden Expositionen den Besuchern einen spannungsvollen und abwechslungsreichen Einblick in den Bestand. Bekanntes erscheint im neuen Licht, ungewohnte Bildnachbarschaften lassen erstaunliche
Interpretationsmöglichkeiten zu.

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Frieder Heinze,
Mann, 1982,
Gouache, Pappmaché,
190 x 75 x 33 cm, erworben 1990

Hans Ticha,
Klatscher II, 1979/92,
Öl auf Leinwand ,140 x 110 cm,
erworben 1996

Wieland Förster,
Kleiner trauernder Mann, 1973/75,
Zementguss, 51 x 16 x 25,5 cm,
erworben 1990

MÄNNERBILDER gibt einen repräsentativen Einblick (selbstverständlich keinen lückenlosen) in die Darstellungs-möglichkeiten des Mannes im geografischen Zeitraum der Sowjetischen Besatzungszone (1945-1949), der DDR (1949-1990) und der jetzigen Bundesrepublik (Schwerpunkt Neue Bundesländer). Wichtig für die Auswahl waren das Qualitätskriterium und die Konzentration auf die traditionellen Medien der bildenden Kunst: Tafelbild, Grafik, Bildhauerei. Die Arbeiten von 36 Männern und von vier Frauen sind zumeist keine Auftragswerke: den heroischen Arbeiter mit dem ewiglichen Lächeln, der roten Fahne in der einen und den Vorschlaghammer in der anderen Hand sucht man hier vergebens. Die großen Stile des 20. Jahrhunderts (Expressionismus, Neue Sachlichkeit, Naturalismus, Spätimpressionismus, verschiedene Spielarten des Realismus, Historismus, Pop-Art, postmoderne Strategien) werden in faszinierender Weise in einen eigenwilligen Personalstil transformiert. In der zweischiffigen Spätrenaissancehalle ergibt sich so ein spannungsvoller Diskurs um den Mythos Mann.

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Via Lewandowsky, Hoffnung ist des Lebens Stab,
2.Fassung, 1989/97, Berka auf Leinwand, versiegelt, bewässert,
mit Stahltank und Wasserpumpe, 148,5 x 288 cm (Bild),
260 x 129 x 141 cm (mit Staffelei),
Dauerleihgabe der Sparkassenstiftung

Hans Scheib,
Paar, 1986, Holz, Acryl,
206 x 120 x 45 cm, erworben 1991

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Neo Rauch,
Sog, 1993, Öl auf Papier, 292 x 299 cm,
erworben 1995

Nun weist der Titel MÄNNERBILDER zum einen allgemein auf das Motiv des Mannes hin, zum anderen ist im Plural und im Wort „Bilder" schon die Vielzahl der Darstellungs- und Interpretationsmöglichkeiten aufgezeigt. Selbstverständlich entpuppt sich auch hier die Gestalt des Mannes zunächst als eine zeitlich konkret konditionierte, sogleich auch als eine, die im günstigsten Fall eine zeitübergreifende Allgemein-gültigkeit in sich trägt. Gibt es das Wesen des Mannes an sich – oder ist der Mann nur ein Produkt der Kultur: archaische, zeitlose Männlichkeit kontra gesellschaftlicher Normierung und Willensbrechung? Inwieweit laufen die „Propagandabilder" und die medial geprägten Wunschstereo-typen den Künstlersichten zuwider? Um ein ultimatives Dafür oder Dagegen geht es dennoch nicht - Sichtweisen können sich radikal verschieben; andere Fragen bedingen andere Antworten. Demnach sind die cirka 120 ausgewählten Werke (aus  einem  Bestand von rund 10.000 Arbeiten) weit mehr als

eine Illustrierung der jeweils gewollten geschlechtsbedingten Kategorien oder Gleichnisse: der Mann ein Krieger, ein Aktionist, ein Denker, ein Familienvater, ein Beschützer, ein Schöpfer, ein Erlöser, ein Leidender, ein Macho, ein Softie und so weiter.

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ZU DEN BILDIMPRESSIONEN VON DER AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG AM 2. APRIL 2006

Bilder von der Ausstellungseröffnung

Kuratoren: Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner / Armin Hauer

Text: Armin Hauer

 

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11.00 bis 17.00 Uhr

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