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Nach der fulminanten
Überblicksschau „ARBEITEN AUF PAPIER" folgt wieder eine ikonografisch
ausgerichtete Ausstellung. Schon einmal, im Jahr 2002 (FRAUENBILDER in der
DDR), erwies sich ein motivbezogenes Konzept als sehr ergiebig. Die
Sammlung ist so differenziert, dass es möglich ist, einmal jährlich nach
verschiedenen Aspekten eine Auswahl zu treffen. Denn seit 1990 gibt es
aufgrund der Räumlichkeit keine Dauerausstellung mehr, vielmehr bieten die
alternierenden Expositionen den Besuchern einen spannungsvollen und
abwechslungsreichen Einblick in den Bestand. Bekanntes erscheint im neuen
Licht, ungewohnte Bildnachbarschaften lassen erstaunliche
Interpretationsmöglichkeiten zu. |
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Frieder Heinze,
Mann, 1982,
Gouache, Pappmaché,
190 x 75 x 33 cm, erworben 1990 |
Hans Ticha,
Klatscher II, 1979/92,
Öl auf Leinwand ,140 x 110 cm,
erworben 1996 |
Wieland Förster,
Kleiner trauernder Mann, 1973/75,
Zementguss, 51 x 16 x 25,5 cm,
erworben 1990 |
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MÄNNERBILDER gibt einen repräsentativen Einblick (selbstverständlich
keinen lückenlosen) in die Darstellungs-möglichkeiten des Mannes im
geografischen Zeitraum der Sowjetischen Besatzungszone (1945-1949), der
DDR (1949-1990) und der jetzigen Bundesrepublik (Schwerpunkt Neue
Bundesländer). Wichtig für die Auswahl waren das Qualitätskriterium und
die Konzentration auf die traditionellen Medien der bildenden Kunst:
Tafelbild, Grafik, Bildhauerei. Die Arbeiten von 36 Männern und von vier
Frauen sind zumeist keine Auftragswerke: den heroischen Arbeiter mit dem
ewiglichen Lächeln, der roten Fahne in der einen und den Vorschlaghammer
in der anderen Hand sucht man hier vergebens. Die großen Stile des 20.
Jahrhunderts (Expressionismus, Neue Sachlichkeit, Naturalismus,
Spätimpressionismus, verschiedene Spielarten des Realismus, Historismus,
Pop-Art, postmoderne Strategien) werden in faszinierender Weise in einen
eigenwilligen Personalstil transformiert. In der zweischiffigen
Spätrenaissancehalle ergibt sich so ein spannungsvoller Diskurs um den
Mythos Mann. |
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Via Lewandowsky,
Hoffnung ist des Lebens Stab,
2.Fassung, 1989/97, Berka auf Leinwand, versiegelt, bewässert,
mit Stahltank und Wasserpumpe, 148,5 x 288 cm (Bild),
260 x 129 x 141 cm (mit Staffelei),
Dauerleihgabe der Sparkassenstiftung |
Hans Scheib,
Paar, 1986, Holz, Acryl,
206 x 120 x 45 cm, erworben 1991 |
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Neo Rauch,
Sog, 1993, Öl auf Papier, 292 x 299 cm,
erworben 1995 |
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Nun weist der Titel
MÄNNERBILDER zum einen allgemein auf das Motiv des Mannes hin, zum anderen
ist im Plural und im Wort „Bilder" schon die Vielzahl der Darstellungs-
und Interpretationsmöglichkeiten aufgezeigt. Selbstverständlich entpuppt
sich auch hier die Gestalt des Mannes zunächst als eine zeitlich konkret
konditionierte, sogleich auch als eine, die im günstigsten Fall eine
zeitübergreifende Allgemein-gültigkeit in sich trägt. Gibt es das Wesen
des Mannes an sich – oder ist der Mann nur ein Produkt der Kultur:
archaische, zeitlose Männlichkeit kontra gesellschaftlicher Normierung und
Willensbrechung? Inwieweit laufen die „Propagandabilder" und die medial
geprägten Wunschstereo-typen den Künstlersichten zuwider? Um ein
ultimatives Dafür oder Dagegen geht es dennoch nicht - Sichtweisen können
sich radikal verschieben; andere Fragen bedingen andere Antworten. Demnach
sind die cirka 120 ausgewählten Werke (aus einem Bestand von
rund 10.000 Arbeiten) weit mehr als |
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eine Illustrierung der jeweils
gewollten geschlechtsbedingten Kategorien oder Gleichnisse: der Mann ein
Krieger, ein Aktionist, ein Denker, ein Familienvater, ein Beschützer, ein
Schöpfer, ein Erlöser, ein Leidender, ein Macho, ein Softie und so weiter. |
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ZU DEN BILDIMPRESSIONEN
VON DER AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG AM 2. APRIL 2006 |
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Kuratoren: Prof. Dr. Brigitte
Rieger-Jähner / Armin Hauer |
Text: Armin Hauer |
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Öffnungszeiten: Dienstag
bis Sonntag und an Feiertagen von 11.00 bis 17.00 Uhr |
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