|
|
 |
 |
|
NEO RAUCH (1960),
Leipzig;
Sog, 1993, Öl auf Papier, 292 x 299 cm, erworben 1995,
Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
A. R. Penck (Ralf
Winkler) (1939), Düsseldorf, Köln, Dublin,
London; Schritt ins Ungewisse, 1994,
Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm, Schenkung 1995 von A. R. Penck und der
Sparkasse Oder Spree, Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
|
|
Seit
Jahren gibt es aus den unterschiedlichsten Gründen im Museum Junge Kunst
keine Dauerausstellung mehr. Dafür werden in jedem Jahr nach thematischen
oder konzeptionellen Gesichtspunkten Arbeiten aus dem Sammlungsbestand
ausgewählt und für cirka 4 oder 6 Monaten präsentiert. In diesem Kontext
ist diese Ausstellung, die prägnante Kunstwerke aus der Ausstellung
„Standpunkte II“ des vergangenen Jahres beinhaltet, im „Kunstraum Potsdam“
zu sehen. Sie führte das „Standpunkte I
–
Projekt“ weiter, das sich in der ersten Jahreshälfte von 2008 dem Zeitraum
von 1945 bis 1985 widmete. Es stellte Zeichner und Bildhauer vor, die sich
auf vielgestaltige Weise mit der Nachkriegszeit sowie mit der Zeit der
real existierenden sozialistischen Diktatur beschäftigten. |
|
 |
 |
|
Harald Reiner Gratz
(1962), Schmalkalden;
Short hello and long good by I -V, 2002,
Öl/Leinwand, 100 x 120 cm,
erworben 2002,
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder) |
ZWINGER (d. i.Thorsten
Zwinger) (1962), Greifswald;
Ellen Dallon, 2005/06, Fotoinstallation,
circa 170 x 1000 x 60 cm,
Dauerleihgabe des Vereins der Freunde
und Förderer des Museums Junge Kunst 2007,
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt (Oder) |
|
|
|
|
 |
 |
 |
|
Abb. links: Cornelia Schleime
(1953), Berlin;
Bernadette,2002, Acryl, Schelllak, Asphaltlack auf Leinen,
200 x 160cm, erworben 2004,
Foto: Bernd Kuhnert, Berlin |
Stephan Balkenhol
(1957),
Karlsruhe, Meisenthal;
Porträt 2003, Pappelholz;
200 x 83 x 46 cm;
Schenkung Sammlung Becker 2003,
Foto: Winfried Mausolf, Frankfurt/O |
|
Abb. links: Uwe Kowski
(1964), Leipzig; Trophäe, 1994, Ahorn,
Kopf Durchmesser: 44 cm, Bein gestreckt: 129 x 30 x 30 cm,
Bein angewinkelt: 157 x 32 x 30 cm, erworben 1995,
Foto Bernd Kuhnert, Berlin |
|
|
|
|
Leider
war es aus Platzgründen notwendig, hier in Potsdam auf einige
Kunstwerke zu verzichten, dennoch blieb die spannungsvolle,
stilistische Vielgestaltigkeit erhalten. In den rund 40 Bildern,
Plastiken und Objekten von 22 Künstlern wird kein thematisches Konzept
verfolgt, um höchst unterschiedliche, ja auch sich gegenseitig
wieder aufhebende konträre Positionen vorzustellen. Diese Kunstwerke
können uns in existenzielle Ängste und Sehnsüchte Einblicke geben,
können ironisch Männer- und Frauenrollen hinterfragen und sich in der
Sprache des Comics mit den Verheißungen vom ewigen Glück beschäftigen.
Einige Maler setzen sich mit der jüngsten deutschen Geschichte
auseinander, wie zum Beispiel mit dem linken Terrorismus, der
Wiedervereinigung oder mit dem kollektiven Drama des Deutschseins.
Andere wiederum sehen im heutigen Menschenbild eine Ansammlung von
medialen Klischees und formalen Gesten. Expressiv Zeichenhaftes
trifft, mal verspielt und mal fast gewalttätig, auf die
differenziertesten Spielarten des Figurativen: doppelbödige
Sinnschichten stehen klaren Botschaften gegenüber. Der Betrachter
findet sich in dieser Ausstellung einer Situation gegenüber, die er
aus dem Leben kennt: Er muss beobachten und vergleichen, um nicht die
Orientierung zu verlieren. |
|
|
|
|
Text: Armin Hauer; Kuratoren: Prof.
Dr. Rieger-Jähner / Armin Hauer |
|
|