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zum Jahresprogramm |
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PACKHOF
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Str.11
28.10.2007 - 30.12.2007 |
"Über das Weibliche..."
ANNEMIRL
BAUER (1939
- 1989)
Berlin und Niederwerbig bei
Potsdam
Malerei, Zeichnungen, Objekte |
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"Über das Weibliche möchte ich
sprechen, weil ich in einer männlichen Welt lebe..."
(1) bekennt die
Künstlerin. Dass diese Kommunikation äußerst intensiv verlief, belegen die
über 16.000 Arbeiten, die Annemirl Bauer innerhalb von 20 Jahren schuf.
Unsere Präsentation gibt Einblick in die Vielfalt ihres Werkes. Ob es sich
nun um Mütter mit Kindern, Paare oder die einzelne Frau in ihrer Vielgestaltigkeit und Schönheit handelt, oder ob es die zahlreichen
Möglichkeiten sind, die die Frau als Dienstleistende gegenüber dem Mann
einzunehmen bereit ist, immer kennzeichnet kraftvolle Sensibilität ihr
Schaffen. So werden auch Gewaltphantasien des Mannes gegenüber der Frau
parallel zu Literatur und Kunstgeschichte aus feministischer Sicht
interpretiert. Aber auch staatliche Gewalt und Disziplinierung in
der DDR werden thematisiert und künden von der Isolation des Einzelnen und
seiner Hilflosigkeit. |
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"Elli auf dem Pferd",
80iger Jahre,
Öl, 188,5 x 175,5 cm |
o.
T., Tusche, um 1980, 80 x 76 cm |
o. T., 80iger Jahre,
Sackleinen auf Holztür, Öl, 158 x 64,5 cm |
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Das selbst Erlebte verknüpfte sich dabei bei Annemirl Bauer
immer mit der Prägung durch die allein erziehende Künstlermutter Tina
Bauer-Pezellen und einer intensiven Beobachtungsgabe, die sie ihre und die
Lage vieler anderer Frauen in den 70er und 80er Jahren wie durch einen
Brennspiegel sehen ließ. Dem jeweiligen Thema angemessen fand Annemirl
Bauer eine Formulierungsweise, die ebenso facettenreich ist, wie die
Malgründe und Zeichen- bzw. Malmittel, die sie für ihre Kunst nutzte.
Eine eigenwillig unvoreingenommene Lebenssicht und Darstellungsweise
prägt so ihr Schaffen, das zugleich von sensibel-poetischer Sinnlichkeit
und Lebenslust kündet, aber auch einen aggressiv militanten
Diskurs zum Thema Mann und Frau auf erstaunlich gelungene Weise
künstlerisch auszudrücken vermag. |
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Lebenslang Frau, 1984,
schwarzer Kugelschreiber, 29,5 x 21 cm |
Zweitfrau Kindfrau, um 1980,
schwarzer Filzstift, 20,5 x 14,5 cm
Besitz: Museum Junge Kunst |
Mein Mann, 1987,
schwarzer Kugelschreiber,
29,5 x 21 cm |
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Abb. links:
"Ikarus, Sturz im März 89 / Tod für
Landesverrat, Orden für Brudermord"
März 1989, Kugelschreiber, 30 x 21 cm |
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Abb. rechts:
Serie: Mauertoter II, ( ... und nie eine
Mutter mehr ihren Sohn beweint ...)
22.04.1989, Kugelschreiber, 30 x 21 cm |
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1993 stellte Sabine Reichel in ihrer provozierenden Streitschrift:
"Frustriert, halbiert und atemlos. Die Emanzipation entlässt ihre Frauen"
(2)
fest, dass man unabhängig vom Geschlecht die Summe seiner "freiwillig
gesuchten Lebenswege und Erfahrungen"
(3)
sei. Bezogen auf die Frauen mündet diese Behauptung in der Erkenntnis
"Wenn |
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Lockende
Weiblichkeit, um 1980, Collage,
Mischtechnik, 42 x 31 cm |
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sie sich dazu entschlossen haben, keine Risiken einzugehen, andere für
sich arbeiten und ihr eigenes Innenleben verkümmern zu lassen, dann
darf man daraus Schlüsse auf ihre Persönlichkeit und nicht auf ihr
"Frausein" ziehen."
(4) Die zahlreichen Bilder, Zeichnungen und Texte der Künstlerin belegen, das
sie einen Weg gegangen ist, der ihrer unerschrockenen, kampfesmutigen und
kreativen Lebensart entsprach. Dennoch hat sie die verschiedenen
Möglichkeiten unseres Seins eindrucksvoll darzustellen verstanden. So
lernen wir in ihrem Werk sowohl die Frau kennen, die "glanzlos und dumpf,
ohne Konturen und ohne Feuer, ein unterwürfiges Opfer" war, "das
ihrerseits jemanden in der Schlinge hatte", als auch jene, "die blitzte
und funkelte, ... scharfe Kanten, wissende Augen und ein schallendes
Lachen" besaß und zugleich "Kämpferin und Trösterin, Provokateurin und
Vorbild"
(5)
war. Ob jedoch ihr Fazit: "Die erste gab's in Massen, die zweite war eine
Seltenheit"
(6)
auch für Sie meine Damen und Herren Gültigkeit besitzt, bleibt
dahingestellt. Doch Annemirl Bauer beantwortet diese Frage nicht, vielmehr
fordert sie uns mit ihren Bildern und Zeichnungen immer wieder zur
Reflexion hierüber heraus. |
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(1)
unveröffentlicht, ohne Datum / (2) Heyne Sachbuch Nr. 19/414,
München 1993 / (3) Ebd. S.21 / (4) Ebd. / (5) Ebd. S.11 / (6) Ebd. S12 |
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Text / Kuratorin: Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner |
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Öffnungszeiten: Dienstag
bis Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr |
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