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PACKHOF DES MUSEUMS
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Str.11
27.08.2006 - 22.10.2006

ZWINGER (1962),Greifswald
"OXYTOCYN"
Malerei, Zeichnung

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zur Kurzbiografie des Greifswalder Künstlers ZWINGER

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In Kooperation des MJK mit der TAMMEN Galerie, Berlin 2006 - www.galerie-tammen.de


Eine Ahnung von seinen unnachgiebigen Arbeiten vermittelte schon 1996 der Beitrag in der Ausstellung „JUNGE KÜNSTLER AUS MECKLENBURG VORPOMMERN". Damals  machte  er  in seinem  rastlosen Suchen nach einer

 

Cubbyhole (Studiointerior) - Grey Cube N.K 23 , Foto: V. Leifer

glaubwürdigen Bildsprache an der Wegegabelung zwischen expressiv abstrahiertem Landschaftlichen und Dingzeichen einen Zwischenstopp. Die Farbigkeit war etwas spröd pastos sowie in sich vielfach gebrochen, der Bildraum hingegen tendierte zur Homogenität. In Motivvariationen und in losen Folgen ergaben sich Abstraktionsstufen der Außenwelt. Sein Blick ging danach immer dichter an das Ausgangsmotiv heran, legte dessen Binnenstruktur offen. Die Setzung von Vertikalen und Horizontalen ergaben statische Kompo-sitionsprinzipien. Schönheit, Zeitloses, Erhabenes  aber  ebenso   das  gebannt

Flüchtige  blitzen auf.  Die paradoxe Suche nach einer malerischen Idee von einer Gegenständlichkeit (nach deren Wesen) ohne sie im Konkreten vorzuführen, schienen ZWINGER damals anzutreiben. Das Ende dieser Werkphasen bahnte sich um 2000 an.

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Harry`s Gold 1 - 2006, Öl / Canvas
60 x 50 cm

Alabaster (for Woman and Man)
2006, Öl / Canvas, 100 x 80 cm

Harry`s Gold 2 - 2006, Öl / Canvas
60 x 50 cm

Nun findet er zu einer stilistischen Flexibilität, die zeitgleich unterschiedliche Bildsprachen in größeren Werkblöcken erkundet. Collageartige Bildstrategien, Bruchstücke des Sichtbaren, informelle Kürzel sowie das Vorführen gebrochener Strukturen gingen einher mit der Neigung zur Reduktion des Kolorits. Der ab und an noch existente, rudimentäre Tiefenraum mutiert zum Flächenraum. Die Dinge, der Mensch, die Landschaft werden nicht nachgebildet, vielmehr erfahren sie mittels seiner privaten Lexik eine Bezeichnung: Torso, Berg, Hügel. Hier gibt es mindestens zwei konzeptionelle Ansätze: Schlieren, Kleckse, Anthropomorphes, Harmonisches und Disharmo-nisches sind in ihrer optischen Bedeutung gleichberechtigt: es bildet sich eine semantische All-over-Struktur heraus. Zum anderen erscheint urplötzlich auf der entleerten Leinwand ein vereinsamtes Motiv in bedeutungs-schwangerer Monumentalisierung, die wiederum im beunruhigenden Kontrast zum Inhaltlichen steht.

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Recorded Stripes 2 - 2006, Öl / Canvas, 150 x 220 cm

Oxytocyn - 2005/06, Öl / Canvas, 196 x 260 cm

Zudem vermeidet ZWINGER einen malerischen Schönklang und tilgt schon im Ansatz einen sich eventuell herausbildenden narrativen Ansatz. So arbeitet er dicht am Rand des optisch Unmachbaren. Zufälliges, Verworfenes, Krudes, Provisorisches werden interessiert verfolgt, in den folgenden Bildern weiter durchdekliniert. In den jüngsten Arbeiten zum Beispiel umzingelt die ruppige, ungrundiert ockerfarbige Leinwand ovale Hüllformen. Diese wiederum sind die Basis für kryptische Realitätssplitter. Aus diesem Kontext heraus ist auch sein Interesse für seltsame, surreal anmutende Alltagsdinge, für medizinische Modelle oder billige Gipsfiguren zu deuten. In Vitrinen angeordnet, entfalten sie eine bizarr geheimnisvolle Atmosphäre des Unerklärlichen: Banales lädt sich mit Bedeutungsenergie auf. Ähnliche Irritation rufen die unzähligen Fotos (Familienaufnahmen, Schnappschüsse aus Filmen) auf derben Holzleisten hervor, wenn sie in einem cleanen Museumsraum an den Wänden lehnen und in ihrer Brachialität den Raum anfüllen.

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Kurator / Text: Armin Hauer

 

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11.00 bis 17.00 Uhr

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