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zum Jahresprogramm |
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PACKHOF DES MUSEUMS
14.11.2004 -
16.01.2005 |
Erika Stürmer-Alex
(1938), Lietzen
Installation, Objekte, Malerei |
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SCHRANK-SCHREIN-TOTENSCHEIN - ENTFERNTE
INHALTE |
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zur Biografie der
Künstlerin Erika Stürmer - Alex |
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SCHRANK-SCHREIN-TOTENSCHREIN |
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So fand die Künstlerin für ein
Projekt (Sommerwerkstatt Endmoräne e.V.) im kleinen Orte Gusow Schränke,
die eine objekthafte Assoziationskette ihrer eigenen Familiengeschichte
auslösten.
"Diese Installation ist eine Hommage an einen Ausschnitt
deutscher Geschichte, in den die Lebenszeit meiner Großeltern, Eltern und
der Beginn meines Lebens gefallen sind. (Oder fallen wir mit unserer
Geburt in einen Abschnitt Geschichte, der ganz ohne unser Zutun abläuft,
und woran wir uns abzuarbeiten und zu reifen haben?). |
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Diese Schränke fand ich auf
dem Boden des Bahnhofes so vor, wie sie jetzt stehen. Ihre Posi-tionen
zueinander asso-ziieren mir eine Familien-aufstellung: Großvater, Mutter,
Vater." Diese an sich schon assoziations-reichen Schränke werden |
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Erika Stürmer-Alex:
Schrank - Schrein -
Totenschrein, Installation, 2004 |
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angefüllt mit Fotos, Bildern,
Alltagsdingen, Küchengerät von ihrer Familie und erfahren eine sparsame
Kommentierung durch eigene Kunstwerke.
„Die handelnden Personen sind gestorben. Zum Schrank sagte man im 19.
Jahrhundert Schrein. Die Schränke werden durch mein Hinzutun zu
Totenschreinen, zu Gedenk- und Erinnerungsschreinen."
Im Zimmer davor lassen wulstige, grau-weiße Gipsabgüsse an eine lyrische
Minimalartvariation denken. Doch es sind Abgüsse von Badewannen und
Säwannen – eigentlich muss man von Gipsausgüsse sprechen, da die Leere zur
festen Form wurde; gewissermaßen erstarrte die Luft oder das oft zum Bade
eingegossene Wasser zum grabhügelähnlichen Gebilde. An der Stirnwand des
letzten Zimmers ist die Künstlerin auf digitalgedruckten Vergrößerungen zu
sehen: "Verschärfte Kontrolle". Die Vorlagen sind die allseits
gefürchteten Polizeifotos bei der Nichtbeachtung von festgelegten
Straßenverkehrsvorschriften. Dementsprechend verwaschen und verhuscht
erscheint die Künstlerin im Kontrollauge des Gesetzes. Das Paradoxe wird
zur Basis der Gesetzgebung: Das schnelle Verschwinden der Person aus der
Optik der Überwachungskamera erzeugt unscharfe Porträts. Doch gerade sie
sollen in Verbindung mit dem Autokennzeichen die Authentizität des Fahrers
bezeugen und seine zeitlich dokumentierte Anwesenheit an diesem konkreten
Ort. |
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ENTFERNTE INHALTE |
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Verpackungsmaterialen fristen ein banal-tragisches Dasein: solange sie das
begehrte Objekt des Gebrauchs oder des Verbrauchs noch umhüllen, werden
sie als notwendiges Übel akzeptiert. Sowie das Objekt seiner Bestimmung
zugeführt wird, fallen die Hüllen ihrer Vernichtung anheim. |
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E.Stürmer-Alex: Entfernte Inhalte,
Grafikreihe, 2004 |
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E. Stürmer-Alex: Entfernte Inhalte, Stadt, 2004 |
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Aufgrund der
Farbabstinenz dieser von Erika Stürmer-Alex genutzten Hüllen kann sich die
Form in einem unfunktionalen Zusammenhang voll entfalten. Die
verschwundenen Geräte hinterlassen verschattete Eindrücke und
schlaglichtartig beschienenen Ausbuchtungen. Gleich den
Dinosaurierabdrücken im Jahrmillionen alten Ton – regen diese nun unsere
Fantasien an. Vorerst scheint interessant zu sein, welches seltsame Gerät
wohl dort mal hauste. Doch dieser Aspekt ist schnell vergessen.
Dann
beginnt das Rätselraten: Ist das eine kubistische Skulptur? Sind das vom
Zufallsgenerator gebaute Städte? Denn die Fantasie ergeht sich in den weiß-gelb-gealterten Styropor Wohnsilos auf dem Rasen, wundert sich über
die unzähligen antiken und neuzeitlichen Varianten der Amphitheater, über
die Startbahnen für die Enterprise oder man erstarrt vor Ahnungen
neoklassizistischer Stadtalpträume und dem Vorhof realer Megastädte.
Kopien mit Grundrissen von Verpackungen und ihren farblichen Kommentaren
komplettieren diesen Teil der Ausstellung. |
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Kurator / Text: Armin Hauer |
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Öffnungszeiten: Dienstag
bis Sonntag und an Feiertagen von 11.00 bis 17.00 Uhr |
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