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PACKHOF DES MUSEUMS
12.06.2005 - 14.08.2005

FRIEDEMANN GRIESHABER (1968), Berlin
Skulptur, Relief, Zeichnung

zur Biografie

zur Biografie des Künstlers Friedemann A. Grieshaber

zur Biografie

Im heutigen Kunstbetrieb stehen die Skulpturen von Friedemann Grieshaber wie geheimnisvolle, stumme Fremdlinge da. Versuchen viele seiner Altersgenossen mittels diskursiver Strategien Bilder anhand von Bilder zu machen, greift er auf elementare  bildhauerische,  bzw. architektonische  Wesensmerkmale zurück.

Sein gelassenes Durchdeklinieren der summarischen Morphologie eines Hauses, einer Stele, eines Turmes oder die Darstellung der unterschiedlichen kubistischen Abstraktionsstufen menschlicher Figur machen seine Betonskulpturen oder ebenso die Eisengüsse zu mimetisch-minimalistischen, raumbeanspruchenden Zeichen. Sie können entfernte Anregungen aus den rhythmisierten, magisch-kulthaften afrikanischen Holzskulpturen beziehen, eine Affinität zur kubistisch-metaphysischen Sprache von Constantin Brancusi entwik-keln oder sich an einem frei interpretierten, minimalistischen Formen-

vokabular orientieren. Immer wieder ruhen diese Skulpturen in einer verinnerlichten, zeitlosen Blockhaftigkeit und erscheinen vertraut nah, um sogleich auf auratische Distanz zur turbulenten Gegenwärtigkeit zu gehen. Ihrer Proportionierung liegt die menschliche Gestalt als Bezugsgröße zugrunde, und alles, was auf eine formale Redseligkeit oder gar Geschwätzigkeit hinweisen könnte, wird getilgt. Das für die Bildhauerei recht ungewöhnliche Material Beton erhält mal eine poröse, graustufige und weißfleckige Rauheit, dann wiederum wird die Mischung aus Kies, Zement und Wasser derart gegossen, dass die Oberfläche ein wenig wie die von Emaille, unterkühlt-nobel wirkt. Dadurch erfährt die Winkligkeit und Vieransichtigkeit eine gewisse Dramatisierung. In diesem Zusammenhang gesehen, verleiht das Warmrostig-braune Äußere der Eisengüsse den Formen geradezu Weichheit sowie eine verletzliche Körperhaftigkeit.
Friedemann Grieshaber, geboren in Ravensburg/Württemberg, schloss eine Steinmetzlehre ab und arbeitete bis zu seinem Bildhauerstudium in diesem Beruf. Zunächst lernte er  an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart um an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee und danach an die Hochschule der Künste nach Berlin zu wechseln. Unter anderen waren Micha Ullman, Lothar Fischer und Rebecca Horn seine Lehrer.

Kurator / Text: Armin Hauer
stellv. Direktor des Museums JK

 


 

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11.00 bis 17.00 Uhr

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