|
Es ist
auf Irritation, Provokation und Schock ausgerichtet. Es gibt keine Message
und kein Happyend. Ihr wichtigstes Arbeitsmittel ist ihr eigener Körper.
Mal wird er nackt in einer Performance inmitten des Ausstellungsraumes auf
ein schmales Brett gebettet oder er wird mit einer großen Geschenkschleife
dargeboten, derweil das Duo sich mit einem Schlauch gegenseitig die eigene
Atemluft zuatmet. Oder der schöne Leib liegt in einem Terrarium auf einem dahinschmelzenden Eisblock. Ein anderes Mal kleiden sie sich in hautenge
Theaterkostüme und sind Rachegöttinnen oder sie bieten sich als devot
obszöne Dienstleisterinnen an. Wie zum Beispiel in der Warschauer
Galerie XXI, dort schockierten sie die eifrigen Kunstfreunde, indem sie sich
anboten, ihnen die Füße zu lecken. Derartige Strategien der Performances
aus den Sechzigern, gekoppelt mit feministischen Schocktherapien der
Siebzigerjahre, stellen nicht nur ein wertkonservatives Frauenbild eines
katholisch geprägten Landes in Frage, sie zertrümmern es einfach und
überlassen es den zumeist perplexen Betrachtern, sich ein neues
aufzubauen. Video und Fotos dokumentieren ihre Aktionen, erreichen aber
auch eine eigenständige Ausdrucksstärke, die auf den nonkonformen Aspekt
verweisen, der die Grenzen einer launigen Unterhaltung brachial
überschreitet. |