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Paradies und Apokalypse scheinen sich auf den ersten Blick ebenso
auszuschließen wie Himmel und Hölle. Aber dennoch sind beide nicht nur
untrennbar miteinander verbunden, sondern auch aufeinander bezogen. Von
diesem Dualismus künden die Bilder und Grafiken von Elke Daemmrich. So
paaren sich auf ihnen heitere Unbeschwertheit, die von der Leichtigkeit
des Seins geprägt worden zu sein scheint, mit schwerblütiger,
existenzieller Infragestellung. Nicht zuletzt manifestiert sich hier die
Doppelkodierung von französischem und deutschem Formenbewusstsein, von
Rationalem und Irrationalem, Sinnlichem und Verstandesmäßigem. Diese
Tag- und den Nachtseiten des Lebens weis die Künstlerin dabei auf
einzigartige Weise symbiotisch miteinander zu verbinden. |
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Libellen, 2007,
Öl auf Leinwand, 150 x 180 cm |
Zikaden, 2009, Öl auf Leinwand, 150 x 180 cm |
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Doch vor allem
beeindrucken ihre Arbeiten durch die intensiv satte und zugleich heitere
Farbenpracht, verbunden mit der ihr eigenen dekorativ opulenten
Formenfindung. Der Auslöser hierfür war ein Stipendium der Stiftung
Kulturfonds Berlin, das 1993 einen halbjährigen Aufenthalt in der
Provence nach sich zog und bei der Dresdnerin dazu führte, ihren
Lebensmittelpunkt nach Frankreich zu verlegen. Ab 1994 und damit seit 18
Jahren lebt sie so bei Toulouse in Südwestfrankreich. Hier ist es vor
allem das gleißend helle Licht des Südens verbunden mit der Wärme und
einer üppigen Vegetation sowie das Leben in relativer Einsamkeit mit und
in der Natur, das ihr immer wieder von neuem Kraft für die Arbeit gibt
und dieser zugleich eine Intensität verleiht, die eine unverwechselbare
Note besitzt.
Aber nicht nur die Gemälde sondern auch ihre Radierungen und
Kupferstiche besitzen diese formale Kraft, die immer mit einem
geheimnisvollen inhaltlichen Geschehen verbunden ist. Seit 1999
entsteht so Druckgrafik, die der Malerei durchaus vergleichbar ist. Denn
auch hier sind es Blumen und Landschaften aber auch Insekten und
Meerestiere sowie Porträts von Toreros oder Stierbilder, welche
flächenausspannend agieren und das jeweilige Bild bzw. Blatt gleichsam
zu sprengen scheinen. |
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Los toros de
Burdeos,1998, Kupferstich, 1998, 30 x 40 cm |
Irak, 2003,
Kupferätzung, 30 x 20 cm |
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Das scheinbare Chaos einer kaum zu steigernden Üppigkeit des Wucherns
ihrer Bild- und Grafiksegmente in schillernd schöner Farbenpracht oder
farbigem schwarz- weiß weis sie jedoch immer wieder zu bändigen und
daraus ein stimmiges Ganzes zu bilden, das uns zwingt, das jeweilige
Werk mit seinen Momenten von Anziehung und Abstoßung in seiner
unergründlichen Vielfalt immer wieder von neuem erkunden zu wollen. |
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Selbstbildnis mit
Wespen, 2011,
Öl auf Leinwand, 110 x 100 cm |
Octopus, 2010, Öl
auf Leinwand, 150 x 200 cm |
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Text / Kuratorin:
Prof. Dr. Rieger-Jähner |
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