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I. Apokalyptischer
Reiter
2008, Holz, Farbe,
265 x 170 x 90 cm |
II. Apokalyptischer
Reiter
2008, Holz, Farbe,
290 x 215 x 65 cm |
III. Apokalyptischer
Reiter
2008, Holz, Farbe,
270 x 210 x 80 cm |
IV. Apokalyptischer
Reiter
2008, Holz, Farbe,
225 x 200 x 60 cm |
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In St. Marien sind Bronzen und
Holzarbeiten von Scheib zu sehen. Die großartige
Backsteinarchitektur mit ihren drei spätmittelalterlichen
Glasfenstern stellt eine potenzierte Herausforderung für jeden
Aussteller dar, gilt es doch, sich nicht nur mit zeitgenössischer
Kunst gegenüber dieser Architektur auseinanderzusetzen sondern auch
sich ihr gegenüber zu behaupten. Dies ist Scheib durch eine
brillante Inszenierung seiner Skulpturen und Plastiken gelungen,
die sowohl in einen spannungsvollen Dialog mit der gotischen
Architektur als auch mit dem Gezeigten in unserem Museum tritt. So
wird an gleichen Themen wie z.B. Mädchen und Tod oder an seinen
Kinderdarstellungen nicht nur die immer wieder neue Herangehensweise
mit verändertem Aussagegehalt erkennbar. Die in St. Marien
vorgestellten Arbeiten wirken, als wären sie für diesen Raum
geschaffen worden. Neben seinem Bronzekruzifix trifft das in
besonderer Weise für die 4 apokalyptischen Reiter (Offenbarung des
Johannes; 6.2-8) zu. Doch Hans Scheib gelang es hier nicht nur eine
eindrucksvolle Personifikationen für Krieg, Not und Tod sowie für
die unerbittliche Gerechtigkeit zu entwickeln, die als bestrafende
Phalanx über die Menschen gekommen war. |
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Er verband inhaltlich Bekanntes mit gestal-terisch Neuem
zu einer ambivalenten, viele Fragen
aufwerfenden Aussage, die zugleich die bisherigen
Gestaltungskonventionen der Holzskulptur zu diesem Thema sprengt.
Eine barock expressive Formensprache bestimmt dabei seine militant
monströsen Reiter, die differenziert gestaltet und zugleich
symphonisch aufeinander bezogen zu einer pracht- wie
grauenvollen Einheit verbunden werden, so dass man sich bei dieser
Figurengruppe an Friedrich Nietzsches Feststellung erinnert: „Oh
über diese wahnsinnige traurige Bestie Mensch! Welche Einfälle
kommen ihr, welche Wiedernatur, welche Paroxysmen des Unsinns, …
Im Menschen ist so viel
Entsetzliches! … Die Erde war zu lange schon ein Irrenhaus!“ |
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Kind mit
Käthe-Kruse-Puppe,
2004, Holz, Farbe,
133 x 40 x 40 cm;
Bild rechts:
Kruzifix,
2003, Bronze,
200 x 100 x 30 cm |
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Text / Kuratorin: Prof.
Dr. Brigitte Rieger-Jähner |
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