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LESUNG MIT HANS-HENDRIK GRIMMLING AM 2.
FEBRUAR 2012 |

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Hans-Hendrik Grimmling
(geb.
1947) liest im Museum Junge Kunst am Donners-tag, dem
02. 02. 2012 um 19.00 Uhr in der Rathaushalle aus seiner
Autobiografie "die
umerziehung der vögel - einmalerleben",
Halle 2008 |
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Erich
Loest schrieb über diese Biografie in seinem bisher letzten Roman: "Man
ist ja keine Achtzig mehr"; Göttingen, 2011, S.217: |
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"Diese
Schilderungen, Erlebnisse mit Reflexionen verquickt, ersetzen Lehrbücher
über das Richtige im Falschen in der tiefen DDR ohne Klischees von Stasi
und Widerstand.
Höhepunkt der 1. Leipziger 'Herbstsalon' von
1984. Müde der endlosen Redereien 'man müsste', verabredeten sich sechs
sehr verschiedene Künstler zu einem Partisanenstreich. Lutz Dammbeck,
Günter Firit, Hans Hendrik Grimmling, Frieder Heinze, Günter Huniat und
Olaf Wegewitz, alle Verbands- und zwei sogar Vorstandsmitglieder,
beantragten die Überlassung eines Ausstellungsraumes für die Dauer eines
Monats. Biedere Angestellte konnten sich gar nichts anderes vorstellen,
als dass dies von oben abgesegnet sei, und wiesen den sechs eine Etage im
Messehaus am Markt zu. Dort waren nun in diesen Gefilden höchst ungewohnte
Kunstwerke zu besichtigen, der Andrang stieg enorm an. Im grauen Land
wirkte diese Ausstellung als Sensation. Bis heute ist sie unvergessen, das
gern gebrauchte Wort legendär, hier trifft es zu." |
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Hans-Hendrik Grimmling:
... so einfach brauche ich blau nicht als wasser zu begreifen ...,
Siebdruck, aus 1. Leipziger Herbstsalon, Ausstellungskatalog,
Leipzig 1984 |
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Das Museum
Junge Kunst besitzt vom Künstler 6 Gemälde.
Hierzu gehören:
● “Ruhendes Paar“, 1977, Öl, 150 x 152 cm, erworben 1989,
● „Das Gesetz von den kommunizierenden Röhren oder Bemühungen um
Harmonie“ 1978, Öl, 200 x 200 cm,
erworben 1989,
● „Ikarus I“, Acryl 180 x 140 cm, erworben 1991,
● „Ikarus II“, 1991, Acryl, 180 x 140 cm, erworben 1991,
In unserer Ausstellung „Neuerwerbungen I“ befinden sich von ihm :
● „dialog“, 1994, Öl und Pigment, 250 x360 cm, erworben 2003
● „fusion I“, 1994/95, Pigment und Öl, 280 x 300 cm, erworben 2003 |
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Das
Schaffen dieses Künstlers lässt sich mit folgenden Worten zusammenfassen:
„Hans- Hendrik Grimmlings Malerei von zeitlosen Metaphern geprägt, gehört
heute zu den großen Positionen der europäischen Avantgarde. Seine Bilder
zeigen Gestürzte, Gestolperte, Menschen mit schwarzen Flügeln, Körperteile
von Menschen, ineinander verknotete Formen, die sich verhängnisvoll
verfangen, Argonautisches in "Kreuz" und "Segel". In
'die umerziehung der vögel-einmalerleben' beschreibt Grimmling Erinnerung wie Gegenwart. Das
autobiografische Buch gibt Einblick nicht nur in die
Symbolwelt seiner Malerei, sondern versammelt auch Texte, Fotos und
Dokumente, die im Dialog mit den Bildern stehen."
(Rückseite des Schutzumschlages seiner Autobiografie, die er gemeinsam
mit Doris Liebermann schrieb) |
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Textauszug aus der
Autobiografie: "Zwischen meinem
Vogel- und dem Knotenbild liegen sechzehn Jahre. Das ältere Bild ist in
der DDR gemalt, das jüngere im vereinten Deutschland. Beide beschreiben in
unterschiedlicher Formensprache das gleiche Thema: Verstrickung und
Ohnmacht und den Adoptivzwang des Einzelnen durch die Gesellschaft. Beide
sind den Mustern verhaftet, dass die Kunst die Gesellschaft beeinflusst
und eine fatale 'gesellschaftspolitische' Bedeutung bekommt." (Hans-
Hendrik Grimmling: a. a. O. S. 233) |
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Textauszug aus der
Autobiografie: "Der Künstler ist
auch ein Gordischer Knoten und ein Ikarus. Für mich sind das nicht
Beschreibungen von Bilderfindungen, sondern meiner eigenen künstlerischen
Existenz. Die Mythologie ist für mich weniger Handlung als vielmehr
benutzte Bildmetapher, die mein nachdenkendes und zweifelndes Ich
korrigiert." (Hans-Hendrik Grimmling: a. a. O. S. 258) |
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LESUNG MIT HANS-HENDRIK GRIMMLING AM 2.
FEBRUAR 2012 |
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