| 17.11.2002 -
19.01.2003 Norbert Bisky (geb. 1970), Berlin |
EINER MUSS DAS SAGEN HABEN |
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Erstmals widmen wir einem jungen Künstler eine Personalausstellung in der Rathaushalle. Der Grund hierfür ist aber nicht darin zu sehen, dass in den verschiedenen Kunstzeitschriften ein Loblied auf einen „neuen Realismus" gesungen wird und diese Art von Gestaltung möglicherweise ihre periphere Außenseiterposition aufgegeben hat. Vielmehr ist es die Besonderheit des Werkes von Bisky, das Beachtung verdient. Was macht nun den Reiz seiner Malerei aus? Wie bei allen Künstlern der Postmoderne entstehen auch seine Werke durch die Auseinandersetzung mit Kunst. Erstaunlich ist dabei, dass es die Malerei von Diktaturen ist, die staatlich anerkannte realistische Kunst in den 30er Jahren in Russland und die offiziell geförderte Malerei nach 1933 in Deutschland sowie die Bilder |
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des sozialistischen Realismus in der DDR, mit denen er in einen gestalterischen Dialog tritt. Bei aller Unter- schiedlichkeit der einzelnen Künstler und Werke lassen sich zwischen ihnen dennoch Gemeinsamkeiten |
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feststellen. Diese sind im scheinbar unpolitischen Bild vom Menschen und seiner Beziehung zur Masse zu finden. So werden wir in Biskys Gemälden nicht mit der Realität, sondern mit optischen Zukunftsvisionen konfrontiert. Ein konfliktfreies Paradies wird uns hier versprochen, aus dem alle Störfaktoren ausgegrenzt sind. Doch letztlich ist es die technische Brillanz, sind es die leuchtend poppigen Farbakkorde, sowie das Spiel mit Licht und Schatten, die unseren an modernen Werbestrategien gewöhnten Blick aufmerksam werden lässt auf diesen Maler. Sein künstlerisches Vermögen ruft so ein breites Spektrum von Befindlichkeiten hervor, wobei die Konflikte nicht im Bild, sondern im Betrachter offenbart werden. |
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Prof. Dr. Brigitte Rieger-Jähner |
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