|
|
 |
|
Moritz Götze,
Auferweckung,
2008, Bleiverglasung mit Schwarzlot bemalt, 83 x 43 cm,
Foto: Winfried Mausolf, Ffo. |
|
|
 |
|
Antichristfenster,
Feld s II 6b,
Auferweckung der Toten,
St. Marien zu Frankfurt (Oder) |
|
Ohne Paradies gäbe es
keine Hölle. Von beidem erzählt die Bibel in einem Facettenreichtum
der Einmaligkeit besitzt. Dies erkennend, haben Philo-sophen und
Historiker ebenso wie Schriftsteller und bildende Künstler die
zeitlose Thematik des Alten und Neuen Testaments immer wieder zum
Anlass genommen, ihr Bild von der Zeit zu formulieren. In besonders
nachdrück-licher Weise ist dies Moritz Götze gelungen, der für das
Museum Junge Kunst 6 Glasmalereien zum Thema Endgericht schuf. Er
bezog sich dabei auf eines der 3 Chorfenster von St. Marien in
Frankfurt (Oder), das nicht zuletzt durch die Vielzahl von Scheiben,
die der Legende vom Antichristen gewidmet ist, kunsthistorische
Einmaligkeit besitzt. |
|
|
|
|
Bei diesem handelte es sich um eine apokalyptische Gestalt,
die mit dem Ende der Welt erwartet wurde und durch
Verführungen unterschiedlichster Art versuchte, die Menschen von
Gott fernzu-halten. Doch es ging bei unseren Glas-malereien nicht
darum, Gott zu loben und zu preisen oder vor falschen Göttern zu
warnen. Vielmehr musste die Legende künstlerisch hinterfragt und aus
der Sicht des 21. Jahr-hunderts interpretiert werden. Doch beim
Betrachten der mittelalterlichen Fenster erkennt man, die Methoden
der Verführung von einst sind aktueller den je. Denn es waren und
sind Schönheit, Macht und Geld einerseits, ebenso wie List, Tücke
und Angst andererseits, um die sich damals wie
heute alles dreht. Dennoch
unterscheidet sich der Mann im Nadel-streifenanzug
von Götze in wesentlichem |
|
|
 |
|
Moritz Götze, Das
Ende, 2008,
Bleiverglasung mit
Schwarzlot bemalt, 83 x 43 cm,
Foto: Winfried Mausolf, Ffo. |
|
|
|
|
 |
|
Antichristfenster,
Feld s II 11b,
Sturz des Antichrist,
St. Marien zu Frankfurt (Oder) |
|
|
|
|
Maße von seinem
mittelalterlichen Vorgänger, hat er doch eine völlig andere Stellung
in der Welt inne. Aber ob und wie er sich in der Freiheit des 21.
Jahrhunderts zurechtfindet und welcher Handlungsspielraum ihm
wirklich verbleibt, darauf gibt die Gestaltungsdramaturgie von Götze
eine sehr differenzierte Antwort. |
|
|
|
Zum Vergrößern der
Bildansicht und Schließen des geöffneten Fensters auf das Bild klicken |
|
|
|
|
Text: Prof.
Dr. Brigitte Rieger-Jähner;
Kuratoren: Vorstand des Fördervereins in Zusammenarbeit mit der
Direktorin |
|
 |
Hauptförderer der Ausstellung sind die Stiftung der Sparkasse
Oder-Spree und
der Verein der Freunde und Förderer des Museums Junge Kunst
Frankfurt (Oder) |
 |
|
|
|