| Andreas Sachsenmaier, Berlin Ideal 11.08.2002 - 13.10.2002 | Biografie des Künstlers www.a-sachse.de |
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| Im hochgotischen Festsaal des Rathauses baute der Berliner Künstler 3 überdimensionierte Boxen auf. Sie bestehen aus Leisten mit dazwischen gespannten feinem Maschendraht. Die der Rathaushalle zugewandten Seiten sind mit einer Leinwand geschlossen. Darauf werden Texte von drei Dichtern projiziert, die man gemeinhin zur Epoche der Romantik zählt: Heinrich von Kleist (1777-1811), Friedrich Hölderlin (1770-1843) und Karoline von Günderode (Pseudonym Tian) (1780-1806). Auf dem Boden sind in jedem fragilen Gehäuse, das zugleich Abgeschlossenheit und Offenheit suggeriert, Tassen, Schüsseln, Kannen, Terrinen und Schalen aufgestellt. Im Halbdunkel des Saales gleiten Textfragmente der drei künstle- rischen und gesellschaftlichen Außenseiter aus dem Nichts des Oben in das Nichts des Unten. Dadurch verliert die Schrift ihre eigentliche blockhafte Bestimmtheit, sie ist nur für Momente zu sehen und zu lesen. | ![]() |
| Der Berliner Künstler Andreas Sachsenmaier ist gerade dabei, das Porzellan in die Box, die der Dichterin Karoline von Günderode zugedacht ist, zu räumen. | |
| So empfindet man das eigentlich gedruckte Wort als etwas sich Verflüchtigendes, das eben nur für Momente auftaucht, gleich den Ahnungen und Empfindungen, die ihren Ursprung eher im Seelischen als im rationalen Denken haben. Ungewohnte und plötzlich erscheinende Geräusche lassen wiederum an weite und hallende Orte denken, indifferente Zwischenreiche des Urbanen und des Landschaftlichen. Alles steht im starken Widerspruch zur tektonischen Bestimmtheit des über fünfhundert Jahre alten Raumes und seinem feierlichen Weiß, den handwerklich solide zusammengefügten Boxen. Die Textpassagen wurden den Briefen von Heinrich von Kleist entnommen, dem Hauptwerk Friedrich Hölderlins, dem Hyperion – Der Eremit in Griechenland (1794-1799) und den | |
| Armin Hauer | |
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